Carl Orff wurde am 10.7.1895 in München geboren. Bereits 1900 bekam er Klavier-, Cello- und Orgelunterricht. Im gleichen Jahr erschien sein erstes gedrucktes Werk (
Eiland, ein Sang vom Chiemsee) und er erhielt seine ersten systematischen Kurse in Musiktheorie. 1912 komponierte Orff sein erstes Chorwerk (
Also sprach Zarathustra) und eine frühe Oper (
Gisei, das Opfer, die 1913 fertig gestellt wurde). Von 1913 bis 1914 studierte er an der Münchner Akademie der Tonkunst bei Anton Beer-Walbrunn Komposition, von 1915 bis 1919 war er als Kapellmeister an den Münchner Kammerspielen, dem Mannheimer Nationaltheater sowie dem Landestheater Darmstadt tätig.
1921 nahm Orff seine Kompositionsstudien wieder auf (bei Heinrich Kaminski) und beschäftigte sich intensiv mit Bach, Buxtehude, Pachelbel und besonders Monteverdi. Als Mitbegründer der "Günther-Schule" für Gymnastik, Musik und Tanz (1924) übernahm er die Leitung der Abteilung für tänzerische Musikerziehung.Eine seiner größten Errungenschaften war das pädagogische "Orff-Schulwerk" (1930-35) für Kinder, das sich mit unvorhergesehener Geschwindigkeit und Intensität weltweit durchsetzte, noch heute verbreitet ist und auch in der Sozial- und Heilpädagogik erfolgreich angewendet wird.Von 1950 bis 1960 leitete er eine Meisterklasse für Komposition an der Staatlichen Hochschule für Musik in München.
Im Jahr 1961 wurde er als Leiter des neugegründeten Orff-Instituts an das Mozarteum in Salzburg berufen. Orff erhielt die Ehrendoktorwürde der Universitäten Tübingen (1959) und München (1972) sowie das Große Verdienstkreuz mit Stern und Schulterband der Bundesrepublik Deutschland (1972). 1974 verlieh ihm die Katholische Akademie in Bayern den Romano Guardini-Preis. Von Anfang an konzentrierte sich Orff ausschließlich auf textgebundene Musik. Er bemühte sich, Theater, Musik, Tanz und Schauspiel zu einer Einheit zu verbinden, wobei die rhythmische Organisation der Sprache oft das kompositorische Gerüst bildet.
Orffs Faszination von Mittelalter und Antike schlug sich in Werken wie dem Zyklus Trionfi (Carmina Burana,1936, Catulli Carmina, 1943 und Trionfo di Afrodite, 1951) oder der Trilogie Lamenti (Orpheus,1924/1939, Klage der Ariadne, 1925/1940 und Tanz der Spröden, 1925/1940) sowie den Griechendramen Antigonae (1949), Oedipus der Tyrann (1959) oder Prometheus (1967) nieder. Einer zweiten Gruppe können die märchenhaften Werke Der Mond (1938) und Die Kluge (1943) ) zugerechnet werden. Beeindruckt vom Vokalreichtum des Dialekts schrieb Orff auch Werke in altbayerischer Mundart (z.B. Die Bernauerin, 1946). Sein letztes Bühnenwerk, das Mysterium De temporum fine comoedia, wurde 1973 bei den Salzburger Festspielen uraufgeführt. Am 29. März 1982 starb er in München.