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| Penderecki, Krzysztof |
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Krzysztof Penderecki
wurde am 23. November 1933 in Debica, 130 Kilometer östlich von Krakau, geboren. Sein Vater, ein Rechtsanwalt und begeisterter Violinspieler, brachte den Sohn schon früh mit Musik in Berührung. Penderecki erhielt mit jungen Jahren Violin- und Klavierunterricht, wurde mit achtzehn Jahren in das Krakauer Konservatorium aufgenommen, studierte gleichzeitig Philosophie, Kunst- und Literaturgeschichte an der dortigen Universität und ab 1954 an der Krakauer Staatsakademie für Musik Komposition zunächst bei Artur Malewski und nach dessen Tod 1957 bei Stanislas Wiechowicz. 1958 schloß er sein Studium mit dem Diplom ab und übernahm eine Professur an der Musikhochschule.
1959 erhielt Penderecki für seine Werke STROPHEN, EMANATIONEN und AUS DEN PSALMEN DAVIDS beim II. Warschauer Wettbewerb Junger Polnischer Komponisten des Komponistenverbandes alle drei zu vergebenden Preise. Nur ein Jahr später, 1960, erlebte sein Stück ANAKLASIS für 42 Streichinstrumente eine von der Presse gefeierte Uraufführung durch Hans Rosbaud und das Südwestfunk-Orchester bei den Donaueschinger Musiktagen. Mit diesen Werken und den in schneller Folge entstehenden Stücken wie DIMENSIONEN DER ZEIT UND DER STILLE, THRENOS (1961 mit dem Preis der UNESCO ausgezeichnet), POLYMORPHIA und FLUORESCENCES, dem 1. STREICHQUARTETT, dem DIES IRAE zum Gedächtnis der Opfer von Auschwitz (1968 mit dem Prix Italia ausgezeichnet) und dem STABAT MATER für drei gemischte Chöre a cappella, das dann Teil der 1966 im Dom zu Münster uraufgeführten LUKAS-PASSION wurde, begründete Penderecki seinen internationalen Rang als Komponist. Für die LUKAS-PASSION wurde Penderecki 1966 mit dem Großen Kunstpreis des Landes Nordrhein-Westfalen und 1967 mit dem Prix Italia geehrt. Im gleichen Jahr wurde ihm die Sibelius Gold Medal verliehen.
Von 1966 bis 1968 lehrte Penderecki an der Folkwang-Hochschule in Essen; in dieser Zeit beginnt seine intensive Arbeit an der ersten Oper, DIE TEUFEL VON LOUDON (nach einem Buch von Aldous Huxley, dramatisiert von John Whiting und übersetzt von Erich Fried), die nach ihrer Uraufführung 1969 an der Hamburgischen Staatsoper an internationalen Bühnen überaus erfolgreiche Inszenierungen erlebte Gleiches gilt für die drei folgenden Opern PARADISE LOST (nach dem Schauspiel von John Milton; UA 1978 in Chicago), DIE SCHWARZE MASKE (nach dem Schauspiel von Gerhart Hauptmann; UA 1986 bei den Salzburger Festspielen) und UBU REX (nach dem Schauspiel UBU ROI von Alfred Jarry; UA 1991 in München an der Bayerischen Staatsoper). 1968 war er Stipendiat des Deutschen Akademischen Austauschdienstes in Berlin. 1970 wurde er mit dem Preis des Polnischen Komponistenverbandes ausgezeichnet. Seit 1972 war er Rektor der Musikhochschule in Krakau; von 1973 bis 1978 hatte er eine Professur an der Yale University, New Haven, inne. In diesen Jahren erlangte Penderecki auf ausgedehnten Konzertreisen in aller Welt auch als Dirigent eigener und fremder Werke zunehmend internationale Anerkennung.
Für sein neben den genannten Werken weitere 5 Sinfonien, kleinere Orchesterkompositionen, Solokonzerte (u.a. zwei Violinkonzerte, ein Violakonzert, zwei Cellokonzerte, ein Flötenkonzert, einige davon in Fassungen für weitere Soloinstrumente), Kammermusikwerke und zahlreiche Vokalwerke umfassendes Schaffen wurde Penderecki neben den schon genannten Preisen u.a. 1977 mit dem Prix Arthur Honegger (für MAGNIFICAT), 1983 mit dem Sibelius Prize of the Wihouri Foundation und dem Polnischen Staatspreis, 1985 mit dem Premio Lorenzo Magnifico und 1992 mit dem University of Louisville Grawemeyer Award for Music Composition (für ADAGIO 4. SINFONIE) geehrt. Am 10. September 1998 ehrte ihn die Fördergemeinschaft der europäischen Wirtschaft anlässlich des Penderecki-Festivals in Krakau mit ihrem Kompositionspreis. 1999 wurde ihm der Musikpreis der Stadt Duisburg verliehen. Im Januar 2000 wurde er mit dem Cannes Classical Award als "Living Composer of the Year" ausgezeichnet. 2001 erhielt er den "Prinz von Asturien-Preis in der Sparte" Künste, 2002 den Romano Guardini Preis der Katholischen Akademie in Bayern.
Er ist seit 1990 Träger des Großen Verdienstkreuzes des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland und Chevalier de Saint Georges. 1992 wurde ihm das Österreichische Ehrenzeichen für Wissenschaft und Kultur verliehen. 1993 verlieh ihm das Institute for Advanced Study an der Indiana University Bloomington die Distinguished Citizen Fellowship; im gleichen Jahr erhielt er den Preis des Internationalen Musikrates/UNESCO für Musik und den kulturellen Verdienstorden des Fürstentums Monaco. 1995 wurde er Mitglied der Royal Academy of Music, Dublin, und Ehrenbürger der Stadt Strasbourg. In den Jahren 1995 und 1996 erhielt er den Primetime Emmy Award of the Academy of Television Arts & Sciences. 1998 ernannte ihn die American Academy of Arts and Letters zu ihrem Foreign Honorary Member; im gleichen Jahr wurde er Korrespondierendes Mitglied der Bayerischen Akademie der Schönen Künste, München und wurde in den Honorary Board des Vilnius Festival '99 berufen. 2000 wurde er zum Ehrenmitglied der Gesellschaft der Musikfreunde in Wien, 2001 der Hong Kong Academy for Performing Arts ernannt. Am 5. Januar 2003 wurde Penderecki zum Ehrenbürger seiner Geburtsstadt Debica ernannt und erhielt im selben Monat während seines Aufenthaltes in Oviedo, Spanien die Eduardo M. Torner-Medaille des "Conservatorio de Musica del Principado Asturias" und wurde zum Ehren-Direktor des Chors der Prinz von Asturien-Stiftung und zum Ehren-Präsidenten der "Apayo a la Creación Musical" ernannt. 2004 erhielt er den Praemium Imperiale. 2006 wurde er zum Commander of the Three Star Order in Riga, Lettland, ernannt und ist Mitglied des Order of the White Eagle in Polen, gleichbedeutend mit der höchsten Ehrung des Landes.
Penderecki ist Ehrendoktor und Ehrenprofessor zahlreicher Universitäten, so der Georgetown University, Washington, D.C., der University of Glasgow, des Moskauer Tschaikowsky-Konservatoriums, der Universitäten von Rochester, Bordeaux, Leuwen, Belgrad, Madrid, Poznan und des St. Olaf College, Northfield/Minn.; er ist Ehrenmitglied der Royal Academy of Music (London), der Accademia Nazionale di Santa Cecilia (Rom), der Kungliga Musikaliska Aka-demien (Stockholm), der Akademie der Künste (Berlin) und der Academia Nacional de Bellas Artes (Buenos Aires). 1998 ernannte ihn das Beijing Konservatorium zum Ehren-Professor. 1999 verlieh ihm die Duquesne University, Pittsburgh (PA) die Ehrendoktor-Würde. |
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